Diese Story ist auch als Hörgeschichte erschienen.
Die etwas heruntergekommene Küche in dem alten Häuschen, in welchem Mark wohnte, war kaum beleuchtet, als er in der Nacht hineintrat, um sich etwas aus dem Kühlschrank zu kramen. Einzig ein schmaler Streifen aus orangem Licht der Straßenlaterne fiel durch das schmutzige Fenster in den Raum, gerade genug um die Konturen der Anrichte und der Theke sichtbar zu machen, doch nicht annähernd genug, um die altmodische grüne Farbe erkennen zu […] Weiterlesen
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Das Postamt war ein niedriger und alter Backsteinbau, der seine besten Tage schon längst hinter sich hatte. Die Fugen schienen zu bröckeln, wahrscheinlich waren sie vom nach brackigem Wasser riechenden Meerwind über Jahrzehnte hinweg angegriffen worden, und die Fassade war mit grauschwarzem Dreck bedeckt. Niemand wusste, warum das kleine Dorf in Südengland, dessen Namen ich hier nicht nennen will, überhaupt noch ein Postamt hatte – zur nächsten Stadt wären es mit dem Auto bloß
Neal war Feuerwehrmann mit Leib und Seele; bereits als kleines Kind hatte er davon geträumt, andere aus brennenden Gebäuden zu retten und dabei unbeirrt und mit einer überlegenen Coolness durch das Inferno zu schreiten. Nun hatte er es endlich geschafft, er war ein Lokalheld, der Lebensretter der Stadt, der in seiner relativ jungen Karriere bereits fast einem Dutzend Menschen das Leben gerettet hatte. Wie immer, wenn er seine Schutzkleidung trug und die Axt in den Händen hielt, fühlte er sich völlig entspannt, stolz und beinahe
Die Nachmittagssonne schien Samantha unerbittlich blendend mitten ins Gesicht, als sie aufwachte und ein genervtes Stöhnen von sich gab. Sie brauchte einige Augenblicke, bis sie wieder wusste wo sie war. Das Atelier, in dem sie wohnte, sah verwüstet aus. Überall war Fledermauskonfetti über den Boden verstreut und neben vielen leeren Alkoholflaschen fielen vor allem die Kürbisse auf, die so aussahen, als ob sich jemand auf sie gesetzt hatte. Sie konnte die stechenden Schmerzen in
Das Fenster gab den Blick frei auf eine saftig grüne Wiese, auf der mehrere Kühe weideten. Die leicht hügelige Landschaft wurde von einer dicken, grauen Nebeldecke eingehüllt, die nur wenig des spätnachmittäglichen Herbstlichts hereinließ. Ein Zug der S 55 tuckerte gemächlich durch die nur dünn besiedelte Landschaft, ganz so als schien er den Begriff „S-Bahn“ verhöhnen zu wollen. Hier draußen, in der Umgebung von Niederhasli, Oberglatt und Niederweningen, im Niemandsland der fantasielosen Ortsnamen, der fast schon unangenehm grünen Wiesen und der
Erfüllt von Wonne blickte Manfred zur Schwarzen Madonna hoch und seufzte zufrieden. Ein weiterer langer und strenger Tag ging dem Ende zu, während sich der Himmel über dem Kloster von Einsiedeln dunkel färbte. Der in eine Mönchskutte gekleidete Mann in mittleren Jahren verließ die Kapelle und schritt ruhig und zufrieden in die Richtung seiner bescheidenen Schlafgemächer, in denen der einzige Gegenstand aus seinem früheren Leben eine Kuckucksuhr war, die er von seinem Großvater geerbt hatte. Mit einem schwachen Lächeln erinnerte er sich daran, wie viel
Unruhig wälzte Dulé sich auf dem billigen Liegestuhl hin und her, die Sonne brannte unangenehm auf seinen Füssen, die vom Schirm nicht mehr verdeckt wurden, und der Mojito, den er vor einigen Minuten an der Bar des nahegelegenen Strandbistros gekauft hatte, drohte überzuschwappen. Der Strand vor voller Menschen, lauten Kindern und noch lauteren alkoholisierten Eltern, die durchs Meer rannten und planschten und früher oder später würde wieder jemand hinfallen, wobei Dulé einen Lachanfall würde unterdrücken müssen. Er fand diesen Ort unerträglich, doch sein
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